Vier von zehn jungen Festivalbesuchern rechnen damit, potenziell mehr Drogen zu konsumieren als in den Vorjahren. Auch der Drogenkonsum im eigenen Freundeskreis wird häufiger als normal angesehen (EenVandaag). Festivals sind daher nicht nur eine Hauptanlass für den Konsum von Ecstasy, sondern auch ein Umfeld, in dem verschiedene Gesundheitsrisiken zusammentreffen.
Für einen Teil der jungen Festivalbesucher scheinen Drogen zunehmend zum Festivalerlebnis dazuzugehören. Studien unter jungen Festivalbesuchern deuten auf die Erwartung eines verstärkten Konsums hin und nennen unter anderem steigende Festival- und Getränkepreise als Gründe.
Auch das soziale Umfeld spielt eine Rolle. Viele junge Festivalbesucher erleben, wie Drogenkonsum in ihrem Freundeskreis immer normaler wird. Das heißt nicht, dass Drogenkonsum in der Gesellschaft insgesamt normal ist – die meisten Menschen konsumieren keine Drogen –, aber die Akzeptanz scheint in Teilen der Festival- und Nachtlebenszene größer zu sein.
XTC ist Teil der Festivalsaison
Insbesondere XTC und MDMA werden stark mit Festivals und Partys assoziiert. Diese Anlässe stellen für viele Konsumenten einen entscheidenden Moment des Konsums dar. Auch der Erstkonsum findet häufig auf einem Dance-Festival statt (Palamar). Festivals sind somit sowohl ein Umfeld, in dem Drogen konsumiert werden, als auch ein Ort, an dem junge Menschen erstmals damit experimentieren können.
Ein gefährlicher Festivalcocktail
Bei Festivals kommen verschiedene Risikofaktoren zusammen. Die Besucher tanzen stundenlang, schlafen wenig und sind bei Sommerveranstaltungen hohen Temperaturen ausgesetzt. Stimulanzien wie MDMA erhöhen gleichzeitig Herzfrequenz und Körpertemperatur.
Drogen werden häufig auch mit Alkohol oder anderen Substanzen kombiniert. Dadurch werden die Wirkungen weniger vorhersehbar und körperliche Warnzeichen können verschleiert werden.
„Es geht nicht nur darum, welche Substanz jemand konsumiert, sondern auch um die Umstände. Die Kombination aus Drogen, Hitze, Schlafmangel und stundenlangem Tanzen kann die Risiken deutlich erhöhen. Dieser Zusammenhang verdient mehr Aufmerksamkeit in der Aufklärung, ebenso wie die Tendenz, Drogenkonsum als normaler anzusehen“, sagt Miranda, Suchtexpertin und Direktorin von Connection SGGZ.
Fast die Hälfte aller Vergiftungen sind schwerwiegend.
Die Folgen zeigen sich in der medizinischen Versorgung. Drogenbedingte Beschwerden machen einen erheblichen Anteil der Hilferufe bei großen Tanzveranstaltungen in den Niederlanden aus. Darüber hinaus sind die in Erste-Hilfe-Stationen registrierten Fälle von Ecstasy-Vergiftungen häufig schwerwiegend. Auch die Zahl schwerwiegender Vorfälle im Zusammenhang mit Ketamin ist gestiegen (Trimbos Institut).
Es erweist sich in der Praxis als schwierig, den Drogenkonsum auf Festivals vollständig zu verhindern. Daher bleiben gute Aufklärung, Drogenwarnungen und medizinische Versorgung unerlässlich. Auch die Umstände des Konsums müssen beachtet werden. Gerade das Zusammenspiel von Risikofaktoren kann dazu führen, dass der Freizeitkonsum unerwartet schwerwiegende Folgen hat.
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