Messen werden mitunter als traditionell oder altmodisch abgetan. Die neuesten Zahlen aus Deutschland beweisen das Gegenteil. Laut einer aktuellen, von der AUMA in Auftrag gegebenen Studie zur wirtschaftlichen Bedeutung generiert die deutsche Messebranche jährlich einen wirtschaftlichen Mehrwert von rund 30 Milliarden Euro und sichert etwa 280.000 Arbeitsplätze. Damit sind Messen nicht nur ein Veranstaltungsformat, sondern ein Eckpfeiler der europäischen Wirtschaft.
Dies ist mehr als nur eine beeindruckende Statistik. Sie ist ein klares Signal dafür, dass gut konzipierte und professionell organisierte Veranstaltungen weit über das Veranstaltungsgelände hinaus messbare Auswirkungen haben. Messen kurbeln die Hotellerie, das Transportwesen, die Gastronomie, den Messebau, die AV-Branche und unzählige lokale Zulieferer an. In Städten mit einem starken Messekalender ist dieser Effekt das ganze Jahr über spürbar, nicht nur während der Messetage.
Was Deutschland besonders interessant macht, ist der internationale Charakter seiner Messen. Ein Großteil der Aussteller und Besucher reist aus dem Ausland an, wodurch diese Veranstaltungen zu wichtigen Plattformen für globalen Handel, Wissensaustausch und Networking werden. Der persönliche Kontakt bleibt entscheidend, insbesondere für KMU, die auf persönliche Beziehungen angewiesen sind, um ihr Geschäft auszubauen und neue Märkte zu erschließen. Selbst in einer zunehmend digitalisierten Welt bieten Messen weiterhin etwas, das Online-Kanäle nicht ersetzen können: Vertrauen, zufällige Begegnungen und echte menschliche Kontakte.
Die Widerstandsfähigkeit der Branche ist ebenso aussagekräftig. Trotz wirtschaftlicher Unsicherheit und sich verändernder Marktbedingungen verzeichnen Messen in Deutschland stabile bis steigende Besucherzahlen. Diese Stabilität basiert auf einer soliden Infrastruktur, professioneller Organisation und einem konsequenten Fokus auf Mehrwert für Aussteller und Besucher. Dieses Modell lässt sich ebenso gut auf Konferenzen, Firmenveranstaltungen und große öffentliche Veranstaltungen übertragen.
Die Lehre daraus ist klar: Veranstaltungen sind dann erfolgreich, wenn sie als Ökosysteme und nicht als isolierte Momente konzipiert werden. Das bedeutet, über die Besucherzahlen hinauszudenken und sich auf die Ergebnisse zu konzentrieren: geknüpfte Kontakte, generierte Geschäfte und gestärkte Gemeinschaften. Es bedeutet auch, im Hintergrund reibungslos zu arbeiten. Große Messen sind stark auf strukturierte Planung, klare Kommunikation und die Zusammenarbeit von Teams und Lieferanten in Echtzeit angewiesen.
Die deutsche Messebranche zeigt, was möglich ist, wenn Veranstaltungen als Wirtschaftsmotor ernst genommen werden. Für Planer weltweit ist sie eine Erinnerung daran, dass großartige Events nicht nur unvergessliche Erlebnisse bieten, sondern auch Wertschöpfungspotenzial schaffen.
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