Der Brand auf der Hauptbühne von Tomorrowland verursachte Millionenschäden. Eine Feuerversicherung sollte diesen Schaden abdecken. Das Festival verfügt über einen beträchtlichen finanziellen Puffer, um Schocks abzufedern.
Die Organisatoren und Mitarbeiter von Tomorrowland erlebten am Mittwoch einen wahren Albtraum, als die Hauptbühne abbrannte. Zwei Jahre Arbeit gingen innerhalb weniger Stunden in Flammen auf. Doch dank ihrer Versicherungen scheint der Brand für die Veranstalter kein finanzielles Desaster zu sein. Das ausverkaufte Festival findet wie geplant statt, und Berichten zufolge haben nur wenige Besucher eine Rückerstattung ihrer Tickets beantragt. Die Haupteinnahmequelle des Festivals ist somit gesichert.
Die ausgebrannte Bühne bestand zum Teil aus von Tomorrowland-Mitarbeitern selbst hergestellten Einzelstücken, von Lieferanten gekauften Einzelstücken und gemietetem Equipment, das normalerweise wiederverwendet werden konnte. Die Einzelstücke gingen beim Brand verloren, die Kosten waren jedoch bereits durch die Ticketeinnahmen gedeckt. Schade für die ganze Arbeit, aber kein wirklicher finanzieller Verlust.
Tomorrowland Brasilien
Für Tomorrowland Brasilien 2026 zeichnet sich jedoch ein Problem ab. Das Set der Hauptbühne wird normalerweise für die brasilianische Ausgabe des Festivals verwendet, anderthalb Jahre nach der Boom-Ausgabe. Da es nicht rechtzeitig geliefert werden kann, wird das Set vom Vorjahr verwendet. In diesem Herbst wird das Set von 2024 noch in Brasilien stehen. Das diesjährige Set würde erst nächstes Jahr zum Einsatz kommen. Der Vorteil für die Organisatoren ist, dass noch genügend Zeit bleibt, eine Lösung für die brasilianische Ausgabe 2026 zu finden.
Verleihfirmen müssen mit erheblichen Verlusten bei der Ausrüstung rechnen, die neu gekauft werden muss. Die 45 Meter hohe und 160 Meter breite Bühne ist vollgestopft mit Leinwänden, Scheinwerfern, Springbrunnen und Tontechnik. Fast hundert Soundboxen kosten jeweils rund 45.000 Euro. Allein die Tontechnik hat einen Schaden von vier Millionen Euro verursacht. Auf der Bühne stehen außerdem tausend Quadratmeter LED-Bildschirme von Pixelscreen, Frank Verstraetens Firma. Ein Quadratmeter Bildschirm kostet gut und gerne 3.000 Euro, sodass sich hier auch der Schaden von rund drei Millionen Euro beläuft. Das Bühnengerüst besteht aus einem gemieteten Gerüst der deutschen Firma Layher und Stahltürmen von Stageco. Ein Layher-Verbinder kostet rund 50 Euro und die Bühne selbst enthält Zehntausende davon.
Pukkelpop und Gent Jazz
Laut Serge Platel, Direktor des Musikfestivalverbandes (FMiV), sind Festivals in der Regel gut versichert, eine Feuerversicherung gehört praktisch zum Standard. „Jeder, der so etwas organisiert, hat mehrere Versicherungen. Es hängt von den Veranstaltern ab, was sie versichern und was nicht. Aber ich vermute, Tomorrowland hat definitiv eine Feuerversicherung.“ Festivals sind in der Regel auch gegen Sturmschäden versichert.
Da der Brand nur Sachschäden verursachte, dürfte die Versicherung von Tomorrowland keine großen Schwierigkeiten haben, den Vermietern die Schäden zu erstatten. Im Falle einer Absage sind Verhandlungen mit den Versicherern oft deutlich schwieriger, und die Police deckt keine Rückerstattung der Ticketpreise ab. Infolgedessen standen Organisationen wie Pukkelpop nach der Sturmausgabe 2011 und Gent Jazz nach der Absage des Sting-Konzerts vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Da Tomorrowland jedoch bis auf Weiteres weiterläuft, ist diese Diskussion kein Thema.
Schließlich gibt es noch Weareone.world, die Organisation hinter Tomorrowland. Jüngsten Zahlen zufolge verfügt sie über eine mehr als beachtliche Kriegskasse. Zum Zeitpunkt ihrer letzten Bilanz am 31. Dezember 2024 verfügte die Organisation über Rücklagen in Höhe von 45 Millionen Euro. Sie hat zudem keine finanziellen Schulden. Daher verfügt Tomorrowland über Spielraum, um zusätzliche Kosten zu decken, die möglicherweise nicht durch eine Versicherung abgedeckt sind.







