Der Festivalveranstalter ID&T reicht Klage gegen die niederländische Regierung wegen deren verschärfter Corona-Maßnahmen ein. „Das ist eine unverhältnismäßige Entscheidung“, sagte CEO Ritty van Straalen der Nachrichtenagentur ANP.
ID&T organisiert Festivals wie Defqon.1, Mysteryland, Awakenings, Sensation, Thunderdome, Welcome to the Future, Amsterdam Open Air und Milkshake.
Im Eilverfahren fordert der Festivalveranstalter eine klare Entscheidung der Regierung. Entweder dürfen Festivals unter den sogenannten Dutch Fieldlab-Bedingungen stattfinden, unter denen Testveranstaltungen durchgeführt wurden, oder die Regierung muss die Verantwortung übernehmen. „Letzteres bedeutet, dass unsere Kosten aus dem Garantiefonds beglichen werden“, so Van Straalen.
Die einstweilige Verfügung wird Anfang nächster Woche vor Gericht verhandelt. „Wir wollen jetzt Klarheit“, sagt Van Straalen. „Wir können die Leute nicht bis zum 14. August hinhalten. Sie können uns nicht länger im Ungewissen lassen.“
Am Freitagabend gaben der scheidende Premierminister Mark Rutte und Gesundheitsminister Hugo de Jonge bekannt, dass mehrtägige Veranstaltungen vorerst ausgesetzt werden und die Teilnehmer sitzen müssen. Sie taten dies aus Sorge vor einem weiteren Anstieg der Infektionen, insbesondere unter jungen Menschen.
„Wir haben während der Fieldlab-Veranstaltungen eng mit der Regierung zusammengearbeitet und gemeinsame Schlussfolgerungen gezogen. Jetzt zieht sich die Regierung zurück und lässt uns im Stich“, sagt Van Straalen.
Der Leiter des Lowlands-Festivals ist ebenfalls verärgert über die Regierung. Das Festival sollte vom 20. bis 22. August dieses Jahres stattfinden. Damit bleibt den Organisatoren weniger als eine Woche Zeit, um das Festival nach Aufhebung der strengeren Beschränkungen vorzubereiten.
„Das ist viel zu kurz und kostet ein Vermögen. Sie vermitteln die Mentalität: ‚Ihr werdet schon sehen, wie ihr euch entscheidet‘“, sagte Van Eerdenburg, Direktor von Lowlands, der Nachrichtenagentur ANP. „Sie lassen den Sektor einfach im Stich. Die Regierung hat den Bezug zur Realität völlig verloren.“
Auch das niederländische Gastgewerbe leidet unter den neuen Beschränkungen. Robèr Willemsen, Vorsitzender des niederländischen Berufsverbands, fordert zusätzliche finanzielle Entschädigung. „Es ist unverständlich, dass das Gastgewerbe immer wieder Verluste erleidet. Das ist der einfache Weg; das Problem liegt darin, dass sich die Menschen nicht mehr an die Grundregeln halten, und das lässt sich nicht mit drakonischen Beschränkungen für das Gastgewerbe lösen“, sagt er.








