Mix Brussels eröffnet 2028 ein neues Spa-Hotel in Brüssel
Die Gruppe hinter dem Hotel- und Wellnessclub The Mix in Watermael-Boitsfort strebt eine deutliche Expansion in ganz Europa an. Innerhalb von sechs Jahren sollen zehn ihrer Spa-Hotels in Belgien, Frankreich, Luxemburg und Spanien eröffnet werden. In Brüssel sollen zwei neue Filialen entstehen: ein Sportzentrum in Ixelles und ein Mehrzweckhotel im ehemaligen Hauptsitz der Nationalbank an der Berlaimontlaan.
Das sagte Gründer und CEO Jean-Michel André von der Mingle Group, der Hotelgruppe hinter The Mix, dieses Wochenende im L'Echo.
Das Brüsseler Vier-Sterne-Hotel mit Büroflächen, einem Lebensmittelmarkt, luxuriösen Studios für Kurzzeitmieten, Veranstaltungsräumen sowie einem privaten Spa- und Fitnessclub wurde vor zwei Jahren im ehemaligen Royale Belge-Gebäude in Watermael-Boitsfort eröffnet. Das Mischnutzungskonzept war ursprünglich für die 21.000 Quadratmeter große Fläche konzipiert.
Der Erfolg erwies sich schnell: Ende letzten Jahres hatte The Mix bereits 1.500 Stammkunden für seine Fitnesskurse und privaten Wellnesseinrichtungen gewonnen. Und laut CEO André betreten und verlassen täglich 2.500 Menschen das Gebäude, darunter Büronutzer und Kunden aus dem Gastgewerbe. „Wir haben über hundert direkte und indirekte Arbeitsplätze geschaffen und sind seit dem ersten Jahr profitabel“, sagte André gegenüber L'Echo.
Im Sportsektor schafft Angebot Nachfrage, genau wie in der Gastronomie. Es gibt noch einen Markt zu erschließen.
Corentin Poels, Mitbegründer von The Mix
Die Hotelgruppe sammelt nun 60 Millionen Euro ein, um ihr Angebot an ähnlichen Wellnesshotels zu erweitern. Laut L'Echo stammt das Geld hauptsächlich von den Aktionären René Beltjens und Gérard Becquer vom luxemburgischen Treuhandfonds Alter Domus. Dank Bankkrediten könnte das Management schließlich bis zu 120 Millionen Euro aufbringen.
Davon träumen sie: Das Team um Jean-Michel André peilt innerhalb von sechs bis sieben Jahren zehn Standorte in ganz Europa an. „Gut für tausend Hotelzimmer und mehr als 50.000 Abonnenten“, sagte der CEO gegenüber L'Echo.
Drei Mixe in Brüssel
Die neuen Hotels sind in den Niederlanden, Frankreich, Spanien und Luxemburg geplant. Laut L'Echo hofft die Mingle Group auf drei Standorte in Paris, einen in Lyon und einen in der Nähe von Cannes. In Spanien peilt sie Madrid an, und Luxemburg plant ein Hotel in der Stadt Luxemburg. Die Mingle Group plant die Eröffnung eines neuen The Mix in Antwerpen und zwei weiterer Standorte in Brüssel.
Eines davon ist bereits bekannt: die alte Banknotendruckerei am Hauptsitz der Belgischen Nationalbank. Sie schloss 2020 nach 170 Jahren an der Berlaimontlaan, mitten im Stadtzentrum. Der alte Hauptsitz der Bank wird bis 2030 komplett renoviert und erstreckt sich über 20.000 Quadratmeter. Nach der Renovierung wird The Mix in den Block zwischen Berlaimontlaan, Sint-Laurensstraat und Zandstraat einziehen. Geplant ist dort 2028 die Eröffnung eines neuen Hotels mit 75 Zimmern, 30 Mietwohnungen, zwei Restaurants sowie einem Sport- und Wellnessclub.
„Bei der Entwicklung unserer Marke, die sehr Lifestyle-orientiert und sehr jung ist, ist ein urbaneres Umfeld sinnvoll“, sagt Corentin Poels von The Mix über die Innenstadtlage.
L'Echo. Die Innenarchitektur liegt weiterhin in den Händen des Architekten Lionel Jadot, der auch die Zimmer im Gebäude Royale Belge entworfen hat.
Ein dritter Brussels Mix soll künftig in Ixelles eröffnet werden und wird sich ausschließlich auf Fitnesskurse konzentrieren.
Wellness und Sport stehen im Vordergrund. Auch in Frankreich sind bestimmte Standorte sehr konkret. Die Mingle Group hat bereits ein Gebäude in Montmartre, Paris, mit Platz für mehr als 120 Zimmer und über 4.000 Quadratmeter Fitnessfläche gefunden. Derzeit verhandelt sie über zwei weitere Hotels in den Vierteln Montparnasse und Saint-Cloud.
In Cannes plant The Mix Yoga-Retreats und Golfplätze im nahegelegenen Mougins anzubieten. Die Hotelgruppe hofft, weitere solcher „Satellitenstandorte“ in den Bergen oder an der Küste eröffnen zu können, um „ihre Community mit einzubeziehen“, fügt das Management hinzu.
Der Fokus auf Sport, Lifestyle und Wellness ist bewusst gewählt. „Es gibt deutlich weniger Konferenzen und Messen als noch vor zehn Jahren, sodass der Wettbewerb im Geschäft zugenommen hat. Die Event-Säule wird weiterhin Teil des Angebots sein, aber nur, wenn sie unter der Woche benötigt wird, um ein Hotel zu füllen“, sagte CEO André gegenüber L'Echo. Dies gilt auch für bestehende Restaurants und Co-Working-Spaces. Das Angebot in den neuen Hotels wird daher so weit wie möglich Lifestyle-orientiert sein und sich an Privatkunden, nicht an Unternehmen, richten.
Auch für die Zimmer der künftigen Hotels zeichnet Innenarchitekt Lionel Jadot verantwortlich.
In Brüssel gibt es mittlerweile mehr private oder Boutique-Fitnessclubs dieser Art, wie zum Beispiel die Animo Studios im Louise-Viertel und im Europaviertel.
„Aber im Sportsektor schafft Angebot Nachfrage, genau wie in der Gastronomie“, sagt Corentin Poels, der sich durch diesen Wettbewerb nicht behindert fühlt. „In den USA und Schweden ist bereits ein Fünftel der Bevölkerung Mitglied in einem Fitnessclub, in Belgien sind es nur 8 Prozent. Es gibt noch einen Markt zu erschließen“, so Poels im L'Echo.
