Wie Telemak die Zukunft des Live-Videos prägte, lange bevor es zum Mainstream wurde
Die Geschichte des Streamings von Christophe Lenaerts und Telemak
Bevor Streaming zum Schlagwort wurde und es Plattformen wie YouTube, Twitch oder Zoom gab, streamten Christophe Lenaerts und sein Unternehmen Telemak bereits Videos auf der ganzen Welt. Von der Revolutionierung der nichtlinearen Bearbeitung in Europa bis zum Betrieb der ersten Webcast-Studios mit mehreren Kameras: Dies ist die Geschichte eines Pioniers, dessen Arbeit dazu beitrug, den Grundstein für Live-Videos zu legen, wie wir sie heute kennen.
1994: Die Bearbeitung wird digital
1994 gründete Christophe Lenaerts Telemak als erstes europäisches Unternehmen, das nichtlineare Videobearbeitungslösungen von Radius, Media 100, Adobe und Apple importierte und verkaufte. Zu einer Zeit, als Bearbeiten noch das Schneiden physischer Bänder bedeutete, war dies eine Revolution.
„Wir verkauften die Tools, die später zum Industriestandard wurden, zu einer Zeit, als nur wenige Menschen wussten, was digitale Bearbeitung ist“, sagt Christophe.
1997: Interaktive Videos vor der Einführung des Internets
Drei Jahre später arbeitete Telemak mit der Digitalagentur Emakina zusammen, um die weltweit erste interaktive CD-ROM mit eingebettetem Video zu produzieren, basierend auf dem Werk des surrealistischen Malers René Magritte. Es war nicht nur bahnbrechend, sondern auch fortschrittlich.
Im selben Jahr begann Telemak mit Videos über das Internet zu experimentieren. Es gab keine Plattformen, keine Handbücher – nur pure Innovation. In Europa und wahrscheinlich weltweit waren sie die Ersten, die Internetvideos Wirklichkeit werden ließen.
1999: Der erste weltweite Livestream
Im Jahr 1999 produzierte Telemak das erste große internationale Live-Streaming-Event für World Online und übertrug die Eurythmics Peace Tour live aus Rotterdam, Paris und Los Angeles.
Später im selben Jahr halfen sie France Telecom beim Start von tv-radio.com, einer Plattform, die 350 Live-Radiosender (real und virtuell) an ein französisches und globales Publikum streamte. Es war ein Vorläufer dessen, was später zu Plattformen wie Spotify und TuneIn werden sollte.
Telemak hat das Backend für TV-Radio.com erstellt, ein Projekt von France Telecom, das sich an französischsprachige Menschen weltweit richtet. Mithilfe der AppleScript-Automatisierung und des eigenen Robocasters konnte Telemak über 350 Radiosender weltweit streamen.
2000: Die Filmfestspiele von Cannes neu erfunden
Im Jahr 2000 wurde Telemak von Canal+ nach Cannes gebracht. Die Aufgabe? Aufbau und Durchführung von 18 Livestreams während des Filmfestivals – 10 davon basierten auf einem neuen Konzept: dem Netman.
Eine Netman-Einheit: Laptop, WLAN, Digitalkamera und Mikrofon – mobile Live-Berichterstattung vor Smartphones
Diese Netmen durchstreiften die Croisette und zeichneten in Echtzeit Interviews und Aufnahmen hinter den Kulissen auf. In der Zwischenzeit baute Telemak am Strand des Hôtel Martinez das erste Fernsehstudio, das ausschließlich Webcasts gewidmet war, und ein weiteres auf dem Dach. Es war das erste echte „Webstudio“ der Geschichte: live, interaktiv und für das Internet entwickelt.
Cannes Film Festival 2000 von Telemak für Canal Plus und Apple
Hinter der Technologie, die Sie heute verwenden
In den 2000er Jahren arbeitete Telemak mit Apple, Adobe, Radius und anderen zusammen, um Tools zu verfeinern, die heute Industriestandards sind. Christophe und sein Team halfen Akamai und Apple außerdem dabei, QuickTime-Streaming weltweit zu etablieren und legten damit den Grundstein für die heutigen Content Delivery Networks.
Sie tourten mit Apple Roadshows durch Europa und sprachen auf großen Technologiekonferenzen, um digitale Videos in den Mainstream zu bringen.
2001–2005: ESA-Verschlüsselungsplattform
Später baute und verbesserte Telemak die Videoplattform der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Redakteure können Inhalte in der Vorschau anzeigen und genehmigen und sie dann in QuickTime, MPEG-4 und Windows Media zur weltweiten Verwendung veröffentlichen.
2001–2010: Streaming für die Europäische Union
Telemak hat nicht nur im Medienbereich für Neuerungen gesorgt, sondern auch die Regierung zugänglicher gemacht. Beginnend mit der belgischen EU-Ratspräsidentschaft im Jahr 2001 leisteten sie Pionierarbeit beim mehrsprachigen Livestreaming für das Europäische Parlament, die Europäische Kommission und den Rat der EU.
Von großen Gipfeltreffen bis hin zu wichtigen Reden hat Telemak alles gestreamt – lange bevor Zoom-Diplomatie zur Norm wurde.
2003: UEFA-Pokal und Davis-Cup
Telemak hat während des UEFA-Pokalfinales VIP-Inhalte mit NTT/Verio gestreamt und dabei deren Netman-Technologie verwendet. Sie waren außerdem gemeinsam mit der ITF an der Produktion eines Davis-Cup-Werbespots beteiligt und haben das Drehbuch, die Dreharbeiten, den Schnitt und die Ausstrahlung übernommen.
2005: Jean Paul Gaultier² – Ein für das Internet neu konzipierter Parfümstart
Was wäre, wenn ein Parfüm wie ein Film auf den Markt kommen könnte? Diese Frage beantwortete Jean Paul Gaultier 2005 mit Gaultier², einer mutigen, digital orientierten Parfümkampagne.
Das gesamte Projekt wurde für das Internet konzipiert. Unter der kreativen Leitung von David Mileikowsky übernahm Telemak alles – von der Produktion und dem Streaming bis zum Hosting – mit Christophe Lenaerts als Senior Consultant. Keine Zwischenschichten eines Schreibtisches. Nur Kreativität, Code und handwerkliches Können.
Im Mittelpunkt stand eine kurze Kinoproduktion mit dem Titel Rencontres. Es war mehr als nur ein Werbespot, es war eine Atmosphäre: rau, elegant und intim. Zwei Liebende. Ein Duft. Gedreht wie ein minimalistischer Kunstfilm, spiegelte er Gaultiers rebellische DNA wider – und zeigte, wie Luxus online existieren konnte, bevor es für Social Video überhaupt einen Namen gab. Maxim Vengerov spielte Violine aus Wiesbaden, Deutschland, und Zhang Yimou machte kalligrafische Gedichte in Peking, China. In ihrer Interaktion miteinander schufen sie ein einzigartiges Kunstwerk aus Musik und Grafik. Alles wurde live aus Brüssel gemischt und an 600 Influencer weltweit gestreamt.
2003–2004: Telenet PCTV-Plattform – Belgiens erstes Streaming-TV
Telemak hat für Telenet den ersten belgischen Internet-TV-Dienst auf dem PC entwickelt. Über 415.000 Abonnenten konnten Live-Kanäle und VOD-Inhalte streamen und einen in Java erstellten EPG verwenden.
2004–2005: SIC Online VOD-Plattform
Telemak hat das komplette Streaming-Backend für SIC Online, den größten portugiesischen Sender, erstellt. Die von Robocaster betriebene Plattform unterstützt täglich Live- und On-Demand-Inhalte und ist weiterhin betriebsbereit.
Hinter den Kulissen: Entwicklung der Tools für das Streaming
Telemak war direkt an der Entwicklung früher Streaming-Technologien mit Apple, Adobe, Radius und Akamai beteiligt und hat QuickTime, CDNs und die Online-Video-Infrastruktur mitgestaltet, die noch heute verwendet wird.
Ein Erbe, das weiterlebt
Christophe Lenaerts ist nicht nur auf der Streaming-Welle gesurft, er hat sie mitgestaltet. Die Tools, Plattformen und Ideen, die wir heute für selbstverständlich halten, basieren auf den Erfahrungen, Risiken und frühen Erfolgen von Telemak. Telemak wurde 2024 von 2 Stream übernommen.
Christophe ist heute bei 2 Stream aktiv. Kontaktieren Sie ihn oder das Team bei Fragen oder Projekten.
